In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 280.000 Menschen einen Schlaganfall. Auf der Stroke Unit der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Frankfurt werden jährlich ca. 1000 Schlaganfallpatienten behandelt. Ein Schlaganfall äußert sich durch plötzlich einsetzende neurologische Ausfälle wie z.B. eine Sprachstörung, Sehstörung oder halbseitige Lähmungen, Gefühls- oder Koordinationsstörungen, die, wenn sie nicht rasch als Schlaganfallzeichen erkannt und behandelt werden, zu bleibender Behinderung im Alltag führen können. Die i.v.-Thrombolyse mit dem Blutverdünner rt-PA verdoppelt die Chance auf ein Weiterleben ohne Schlaganfallsymptome, wenn die Behandlung innerhalb von 90 Minuten nach Symptombeginn beginnt und selbst bei schwerstem Schlaganfall besteht eine > 50 %ige Chance, nach Abschluss der Rehabilitation im Alltag wieder unabhängig zu sein, wenn die endovaskuläre Schlaganfalltherapie rechtzeitig zum Einsatz kommt. Ein Schlaganfall muss heute kein Schicksalsschlag mehr sein ... wenn es den Schlaganfallbehandlern gelingt, diese hochwirksamen Therapien genauso schnell und sicher zur Anwendung zu bringen wie in den klinischen Studien, in denen sie ihre Wirksamkeit bewiesen haben.

Hierzu ist am Universitätsklinikum Frankfurt wie an vielen anderen Stroke Units in Deutschland rund um die Uhr ein interdisziplinäres Team aus Neurologen, Neuro-Radiologen, Anästhesisten, spezialisierten Pflegekräften und medizinisch-technischen Assistenten im Einsatz. Um dieses Team und ganz besonders die neuen Mitarbeiter im Team optimal auf die anstehenden Einsätze, bei denen jede Minute zählt, vorzuebereiten, haben Prof. Dr. Waltraud Pfeilschifter, Leitende Oberärztin der Klinik für Neurologie und Peter Rostek, fachliche Leitung der Neuro-Intensivpflege der Station 95-3 seit 2012 ein STROKE TEAM-Simulationstraining konzipiert und weiterentwickelt, das am UKF zu einer deutlichen Reduktion der „door-to-needle“-Zeit, der Zeit vom Eintreffen des Schlaganfallpatienten bis zum Start der Thrombolyse-Infusion mit Anamnese, Untersuchung, Labor- und CT-Diagnostik, geführt hat. Mittlerweile wurde das Simulationskonzept flächendeckend von den 13 Stroke Units des Interdisziplinären Neurovaskulären Netzwerk Rhein-Main (INVN Rhein-Main) übernommen und hat im Zuge seiner Etablierung zu einer signifikanten Reduktion der netzwerkweiten „door-to-needle“-Zeit von 43 Minuten (IQR 30-60 Minuten, n = 122) auf 31 Minuten (IQR 24 bis 42 Minuten, n = 112) (p < 0.001) geführt.

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Publikationen:

Simulation-Based Training of the Rapid Evaluation and Management of Acute Stroke (STREAM)—A Prospective Single-Arm Multicenter Trial
Bohmann FO, Kurka N, du Mesnil de Rochemont R, Gruber K, Guenther J, Rostek P, Rai H, Zickler P, Ertl M, Berlis A, Poli S, Mengel A, Ringleb P, Nagel S, Pfaff J, Wollenweber FA, Kellert L, Herzberg M, Koehler L, Haeusler KG, Alegiani A, Schubert C, Brekenfeld C, Doppler CEJ, Onur OA, Kabbasch C, Manser T, Pfeilschifter W and STREAM Trial Investigators (2019)
Front. Neurol. 10:969. (PubMed)

Tools for your stroke team: adapting crew-resource management for acute stroke care.
Willems LM, Kurka N, Bohmann F, Rostek P, Pfeilschifter W.
Pract Neurol. 2018 Aug 10. (PubMed)

A Network-Wide Stroke Team Program Reduces Time to Treatment for Endovascular Stroke Therapy in a Regional Stroke-Network.
Bohmann FO, Tahtali D, Kurka N, Wagner M, You SJ, du Mesnil de Rochemont R, Berkefeld J, Hartmetz AK, Kuhlmann A, Lorenz MW, Schütz A, Kress B, Henke C, Tritt S, Meyding-Lamadé U, Steinmetz H, Pfeilschifter W.
Cerebrovasc Dis. 2018;45(3-4):141-148. (PubMed)

Setting Up a Stroke Team Algorithm and Conducting Simulation-based Training in the Emergency Department - A Practical Guide.
Tahtali D, Bohmann F, Rostek P, Wagner M, Steinmetz H, Pfeilschifter W.
J Vis Exp. 2017 Jan 15;(119). (PubMed) (Video)

Crew resource management and simulator training in acute stroke therapy.
Tahtali D, Bohmann F, Rostek P, Misselwitz B, Reihs A, Heringer F, Jahnke K, Steinmetz H, Pfeilschifter W.
Nervenarzt. 2016 Dec;87(12):1322-1331. German. (PubMed)